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Die internationale Konkurrenz im Tourismussektor ist durch die internationale Wirtschaftskrise weiter gewachsen. Während kurzfristig in einigen Ländern auf eine Konkurrenz über den Preis gesetzt wird, sind hier die Grenzen bald erreicht. Ein ungünstiges Preis-Leis tungs verhältnis verursacht strukturelle Schäden im Sektor und Verluste, weil Besucher kein zweites Mal kommen.
Auf der anderen Seite befindet sich der Sektor im Umbruch. Wurden früher Reisen vor allem als Pakete über
Reisebüros verkauft, finden modulare Angebote Resonanz. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung, die das Internet für das Marketing spielt. Die Türkei konnte vor diesem Hintergrund in den vergangenen eineinhalb Jahren eine auf den ersten Blick günstige Bilanz ziehen. Die absoluten Besucherzahlen und die Tourismuseinnahmen haben sich 2009 und in den ersten neun Monaten 2010 erhöht. Verschlechtert hat sich jedoch das Einnahmenniveau pro Besucher. Angesichts schnell wachsender Kosten eine ungünstige Entwicklung.
Konzepthotels – Hotelkonzepte
Der Investitionsförderungsstatistik der Türkei zufolge, wurden in den ersten neun Monaten diesen Jahres vom
Tourismussektor Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von 2,7 Mrd. TL (rund 1,4 Mrd. Euro) gestellt. Die Statistik des Ministeriums für Kultur und Tourismus zeigt außerdem, dass die Bettenkapazität seit den 1970er Jahren jährlich zwischen 20.000 – 40.000 steigt. Aber natürlich ist Tourismus ein weites Feld und die Investitionen erfolgen nach recht unterschiedlichen Voraussetzungen. Während in Antalya insbesondere Urlaubshotels und in den letzten Jahren auch Golfhotels errichtet werden, folgen die Stadthotels in Istanbul – dem zweiten Wachstumszentrum des türkischen Tourismus einer anderen Logik. In anatolischen Städten wiederum entsteht aufgrund der zunehmenden Dezentralisierung der türkischen Wirtschaft Bedarf an Businesshotels. International bekannte Hotelmarken beginnen sich für das Hinterland wie beispielsweise Gaziantep zu interessieren.
Ein Milliardenprojekt in Istanbul
Erman Ilıcak, Inhaber des Bauunternehmens Rönesans İnşaat erklärt, dass im kommenden Jahr mit der
Aufschüttung einer künstlichen Insel im Marmarameer begonnen werden soll. Die Insel vor dem Stadtbezirk Zeytinburnu soll als Anlaufstelle für Seereisende, die Istanbul besuchen wollen, dienen. Das Ataport genannte Projekt soll zehn Hotels aufnehmen und zielt eine ähnliche Übernachtungsmöglichkeit zu bieten, wie die Insel von Cannes. Innerhalb von vier Jahren soll eine ein Quadratkilometer große Insel aufgeschüttet werden. Das Nutzungsrecht ist für 49 Jahre an Rönesans İnşaat gegangen. Das Unternehmen geht davon aus, dass während des Aufbaus der Insel 15.000 – 20.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Nach Inbetriebnahme der Hotels wird mit 70.000 Arbeitsplätzen auf der Insel gerechnet. Rönesans İnşaat geht davon aus, dass mit der Errichtung von Ataport die Zahl der auf den Seeweg nach Istanbul Reisenden von heute 450.000 auf 2,5 Millionen steigen wird.

Eine gelungene Inszenierung: Pera Palast
Auf der anderen Seite sind in der Türkei in jüngster Zeit auch einige prestigeträchtige Hotelerneuerungen zu verbuchen. Am meisten Aufsehen erregte wohl die Wiedereröffnung des Pera Palast Hotels in Istanbul. Als eines der ersten Luxushotels in Istanbul kann es auf eine Reihe prominenter Gäste in seiner Geschichte
hinweisen. Es verbindet eine prächtige Ausstattung mit einer zentralen Innenstadtlage. Doch auch jenseits dieses prominenten Beispiels stellt sich für die türkische Hotellerie das Problem, dass nicht nur in Istanbul, sondern auch in anderen Tourismuszentren nicht so sehr ein Kapazitätsausbau empfohlen wird. Vielmehr müsse die bestehende Kapazität verbessert werden, um die Ziel gruppen zu verbreitern. Dies bedeutet, dass sowohl aus dem Hotelneubau als auch bei der Modernisierung ein großer Markt für Hotelausstattung besteht, der sich auch in den kommenden Jahren dynamisch entwickeln wird.
Anfaş Hotelausstattungsmesse Antalya
Vor diesem Hintergrund kommt der vom 19. bis zum 22. Januar in Antalya durchgeführten Messe für Hotelausstattung eine wichtige Bedeutung zu. In diesem Jahr nutzten 341 Aussteller aus dem In- und Ausland eine Fläche von 35.000 Quadratmetern, um ihre Produkte auszustellen. Vertreten waren 2.955 Marken, die sich auf ein breites Spektrum von Bereichen verteilten. Angefangen mit der baulichen Ausstattung wie
beispielsweise Heiz- und Klimasysteme über Gartengestaltungen bis zur Ausstattung von Funktionsräumen wie Küchen, Wäschereien und SPA finden sich auf funktionale Produkte wie Hilfsmittel beim Service und Computerlösungen für die Hotelorganisation. Die seit mehr als zwanzig Jahren be stehende Messe zieht mehr als 25.000 Besucher an und hat Ausstrahlung in den Nahen Osten und den Kaukasus. Mit dem Kochwettbewerb „Altın Kepçe“ (Goldene Kelle), der parallel zur Messe durchgeführt wird, ist es zudem gelungen, die Medienwirkung der Messe deutlich zu erhöhen und auch das Interesse überregionaler Medien auf sich zu ziehen. Ein weiterer Wettbewerb, der geeignet sein dürfte, die Medienwirkung der Messe weiter zu erhöhen ist InnovDesign der für Innendesign, der in Zusammenarbeit zwischen der Messe und der Kammer für Innenarchitekten Antalya durchgeführt wird. Der Wettbewerb richtet sich zum einen an Studenten der Innenarchitektur und zum anderen an bereits tätige Innenarchitekten und ist der erste seiner Art in der Türkei. Für die Teilnehmer dürfte dabei vielleicht noch wichtiger als der Preis die Möglichkeit sein, sich im Rahmen der Messe zu präsentieren, die in der Region mit der höchsten Hoteldichte der Türkei liegt.







