/ Aus der Wirtschaft / F&E

Deutschland und die Türkei verfügen über eine vieldimensionale Zusammenarbeit mit einer langen Tradition.

Seit mehr als einem Jahrhundert hat Deutschland einen bedeutenden Stellenwert für die Ausbildung türkischer Wissenschaftler. Der Beitrag deutscher Flüchtlinge vor dem Nationalsozialismus beim Aufbau des neuen türkischen Hochschulwesens ist unvergessen. Neben der zwischenstaatlichen Wissenschaftszusammenarbeit, die auf deutscher Seite vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF angesiedelt ist, erfolgt die Kooperation projektbezogen in zahlreichen deutschen und türkischen Programmen der Forschungsförderungsagenturen. In den vergangenen Jahren haben sich zudem die Kooperationen zwischen deutschen und türkischen Universitäten weiterentwickelt.

 

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Attraktive Förderbedingungen, gut ausgebildete Ingenieure sowie die Öffnung der Hochschulen sprechen für die Türkei.

Entscheidungen internationaler Unternehmen, Forschungs und Entwicklungszentren in der Türkei zu eröffnen, lenken die Aufmerksamkeit auf ein Potenzial, das bisher in der Wahrnehmung des Landes nur wenig beachtet wurde. Für die steigende Wichtigkeit der Türkei auf diesem Gebiet sind mehre Faktoren verantwortlich. Die Struktur der türkischen Wirtschaft hat in den vergangenen zehn Jahren eine schnelle Entwicklung durchlaufen. Heute ist die türkische Industrie in hohem Maße in internationale Produktionsketten integriert. Die internationale Konkurrenz zwingt türkische Industrieunternehmen, von arbeitsintensiver Fertigung mit geringer Wertschöpfung zu Produkten überzugehen, die ein höheres technisches Niveau beanspruchen. Dies schafft ein Umfeld, in dem die Nachfrage nach anwendungsorientierter Forschung steigt. Die Politik hat seit einigen Jahren mit einem breiten Förderinstrumentarium für Forschung und Entwicklung reagiert. In der Wissenschaftsverwaltung und den Universitäten ist das Bewusstsein für Kooperation gewachsen.

 

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Görkem Çetinci